Im letzten Jahr bin ich zu zwei Störungen gefahren wo andere Kältefirmen nicht mehr weiter gekommen sind. Bei beiden Störungen hat das Schauglas gesprudelt, es wurde Kältemittel nachgefüllt aber die Anlage hat weiterhin nicht richtig gekühlt. Das einmal war Luft in der Anlage, das andere mal war der Drehzahlsteller vom Lüfter defekt und es wurde so viel Kältemittel nachgefüllt das gar nichts mehr ging. Bei der ersten Anlage habe ich alles abgesaugt, vakuumiert und neu befüllt --> tut, bei der anderen Anlage  habe ich die Regelung getauscht und neu 3 Kilo abgesaugt --> tut. Aus diesem Grund schreibe ich mal kurz etwas über die Schaugläser im Kältekreislauf die Sprudeln bzw. blasen haben. Denn häufig ist nicht zu wenig Kältemittel im Kreislauf der Fehler, sondern es liegt ein andere Fehler vor. 

unrsachen Kälteanlage sprdudelndes schauglas

Ursachen für ein sprudelndes Schauglas im Kältekreislauf: 

  • Kältemittel
    • Kältemittelmangel durch undichte im Kältekreislauf 
    • Kältemittelmangel durch zu geringe Füllung  
    • Luft oder Femdgaße im Kältemittel 
    • falsches Kältemittel, falsche Kältemittelmischung 
  • Thermisches E-Ventil 
    • Fühler nicht richtig befestigt
    • Fühler defekt bzw. keine Füllung mehr
    • im offenen Zustand defektes Ventil 
    • Ventil zu groß auslegt oder falsche Typ eingebaut 
    • Äußere Druckausgleich nicht durchlässig oder an falscher stelle angeschlossen 
    • Ventil verstellt 
    • Fühler nicht isoliert
  • Elektrisches EEV
    • Antrieb oder Ventil offen defekt 
    • Fühler, Drucksensor, Regler defekt
    • Regelung falsch eingestellt, falsches Kältemittel eingestellt 
    • Fühler oder Drucksensor nicht richtig oder an der falschen Stelle angebracht 
    • Drucksensor drückt das Schraderventil nicht auf
  • Verflüssiger (Luft) 
    • Verflüssiger stark verschmutz 
    • Verflüssiger Regelung defekt oder falsch eingestellt 
    • Verflüssiger Lüfter defekt 
    • Zu warme Luft im Ansaug 
    • Luft kann nicht weit genug "geworfen" werden 
  • Verflüssiger (Wasser)
    • Zu wenig Durchfluss
    • Zu warmes Wasser 
    • Wärmetauscher verschmutz 
    •  Regelventil oder Regelung defekt oder falsch eingestellt
  • Sonstiges 
    • Trockner "gesättigt" oder verschmutzt 
    • Trockner zu klein ausgelegt 
    • Rohrleitung abgenickt  

 

Der Schauglaß im Kältekreislauf:

 Das Schauglaß wird zwischen Magnetventil und Trockner eingebaut. In aller Regel hat das Schauglas auch einen Feuchteindikator. Dieser ist allerdings nur einige Zeit "haltbar". Baut man ein Schauglas nach einigen Jahren aus und legt es in einen Wassereimer bleibt es trotzdem grün. Also nicht unbedingt auf den Indikator im Schauglaß verlassen, vor allem bei älteren Anlagen. Beim Einbau unbedingt auf die Flussrichtung achten. unrsachen Kälteanlage blasen im schauglas

 

Kältemittelmangel egal ob durch Undichtigkeit oder falsche Erstbefüllung  erkennt man daran dass der Niederdruck und Hochdruck beide niedrig sind. Zudem ist die Saugleitung und die Heißgaßleitung  "nur" warm. Zudem vereist der Verdampfer am E-Ventil und ist nicht gleichmäßig bereift. Die Überhitzung ist viel zu groß. Ist die Anlage undicht, muss die Undichte beseitigt werden und die Anlage mit der richtigen Füllmenge befüllt werden ggf. den Trockner tauschen. Ist die Füllmenge falsch, muss die Anlage korrekt befüllt werden. 

 Luft in der Anlage erkennt man daran dass sowohl Niederdruck und Hochdruck zu hoch sind. Zudem ist die Saugleitung sehr warm und die Heißgaßleitung viel zu heiß. Das einzige was man dagegen machen kann ist das Kältemittel absaugen und die Anlage neu befüllen. 

Ist falsches Kältemittel in der Anlage kann alles mögliche passieren, die Drücke und Temperaturen können zu hoch, zu tief oder passend sein und trotzdem kann die Anlage keine Kälteleistung haben. Deshalb kann ich hier keine Angaben machen. 

Zu weit offenes thermisches Expansionsventil oder elektrisches Expansionsventil. Pauschal kann man sagen dass das TEV oder EEV zu viel Kältemittel "durchlässt". Was zur Ursache hat dass zu viel Kältemittel im Verdampfer ist, deshalb ist und zu wenig Kältemittel auf der Flüssigkeitsseite und das Schauglas sprudelt. Da sich das Log Ph Digramm vollständig verschiebt, sinkt der Hochdruck und auch die Heißgaßleitung wird kühler. Noch deutlicher wird es auf der Niederdruckseite. Hier haben wir einen höheren Druck und die Saugleitung und meist auch der Verdichter "schwitzen" , bereifen oder es bildet sich sogar eine Eisschicht. Die Überhitzung ist viel zu gering, geht sogar oft gegen Null grad. In diesem Fall muss zuerst festgestellt werden warum das Expansionsventil zu weit offen hat. Ist es falsch ausgelegt, ist der Druckaufnehmer oder Fühler defekt (EEV) oder einfach nur an der falschen Stelle. Hat der Fühler seine Füllung verloren oder ist die Schelle des Fühlers nicht festgezogen (TEV). Ist das Ventil oder der Antrieb (nur EEV) defekt. Ist der Fehler gefunden, Ursache beheben und Anlage neu in Betrieb nehmen. 

 

Generell gilt, miss bei Störungen und Wartungen immer die Überhitzung und die Unterkühlung! 

 

Ist der Verflüssiger verschmutzt oder die Verflüssigungsregelung defekt, wird das Kältemittel nicht mehr vollständig verflüssigt ggf. löst auch der Hochdruckschalter aus. Das nicht vollständig verflüssigte Kältemittel sieht man dann auch im Schauglas als Blasen, ein Sammler kann dies bis zu einem gewissen grad ausgleichen. Einen verschmutzten Verflüssiger erkennt man häufig schon mit dem bloßen Auge. Oft schon war ich bei Störungen wo der Verflüssiger einfach nur abgekehrt wurde. Dadurch wurde der Schmutz nur weiter in den Verflüssiger geschoben, die Lamellen sahen sauber aus. Habe ich dann mit Druckluft oder Wasser gereinigt, hat man gesehen wie viel Schmutz noch im Verflüssiger war und danach hatte ich oft 8-12 Grad weniger Verflüssigung.  Eine defekte Regelung erkennt man daran, wie viel Strom die Lüfter aufnehmen, drehen sich sich ab 45 Grad nicht mit 100% Leistung kann man davon ausgehen das etwas defekt oder falsch eingestellt ist. Hier hilft nur Verflüssiger vor der Kühlperiode richtig reinigen. Bei Störungen im Sommer können die Lüfter oft direkt auf 230 Volt klemmen. Ist ein Lüfter von mehreren defekt, kann Last abgeschaltet werden (zum Beispiel einen Kühlraum abklemmen). In den letzen Jahren hatte ich es aber auch immer dass es einfach zu warm war. Die Verflüssigerleistung reicht für einige Tage im Jahr nicht mehr aus, dann kann mit Wasser (Achtung Kalk und Kosten) nachgekühlt werden. Vom Druckschalter sollte man aber die Finger lassen.

Ist der Trockner gesättigt oder verschmutz, erkennt man das recht leicht daran, dass die Temperatur vor dem Trockner höher ist als nach dem Trockner. Ggf. vereist die Leitung nach dem Trockner sogar. Hier hilft nur ein Trocknertausch. Ist der Trockner zu klein ausgelegt, stellt man das schon bei der Inbetriebnahme fest und es muss ein passender Trockner eingebaut werden. 

Ist die Rohrleitung abgeknickt oder eingedellt stellt man das vor allem am Druck und auch der Temperatur fest. Nach dem Verflüssiger ist die Flüssigkeitsleitung viel wärmer als vor dem E-Ventil. 

Also bitte das nächste mal wenn ihr ein sprudelndes Schauglas seht NICHT gleich Kältemittel nachfüllen.!


Schütze

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