kk logo

Wärmepumpen sind die Spitzenreiter der modernen Heiztechnik. Doch während ein Gaskessel oder eine Pelletheizung kleine Fehler verzeiht, reagiert die Wärmepumpe sensibel auf falsche Einstellungen und eine unkorrekte Auslegung. Wer hier an den richtigen Stellschrauben dreht, kann die Stromrechnung spürbar senken und die Lebensdauer um ein vielfaches erhöhen und das ohne im Kalten zu sitzen.

So funktioniert das "Heizwunder"

Das Prinzip ist so genial wie einfach: Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank nur umgekehrt. Sie entzieht der Umwelt (Luft, Erde oder Wasser) thermische Energie. Ein Kältemittel nimmt diese Energie auf und änderte dabei ihren Aggregatszustand von flüssig nach gasförmig. Ein elektrisch betriebener Kompressor (Verdichter) verdichtet das Gas, wodurch Druck und Temperatur stark ansteigt. Diese Wärme wird dann an das Heizungswasser abgegeben. Das ist eine sportliche Aufgabe, aber absolut sinnvoll! Wenn man eine Wärmepumpe im Detail optimiert, wird aus einem effizienten System ein echtes Sparwunder, das aus einem 1 kW elektrischer Energie bis zu 5 kW Thermische Energie herausholt. 

mit den richtigen Einstellungen Strom sparen bei der Wärmepumpe

Das Prinzip der "Energie-Vermehrung"

Die Wärmepumpe ist das Herzstück der Energiewende. Doch wie bei einem Hochleistungsmotor kommt es auf die Feinabstimmung an. Schon kleine Änderungen können die Jahresarbeitszahl (JAZ) also das Verhältnis von eingesetzter elektrischen Energie zu gewonnener Wärme massiv verbessern.  Die Wärmepumpe nutzt einen physikalischen Trick. Sie pumpt Umweltwärme (aus Luft, Erde oder Wasser) mithilfe eines Kältemittelkreislaufs auf ein höheres Temperaturniveau. Da sie die Wärme nicht erzeugt, sondern nur transportiert, benötigt sie deutlich weniger Energie, als sie am Ende abgibt. Du hast zwei Möglichkeiten Strom zu sparen und damit die Effizientz deiner Wärmepumpe zu steigern, die eine Möglichkeit ist Technischer Natur, die andere organisatorischer Natur. 

1. Technische Optimierungen (Die Hardware-Basis)

Hier geht es darum, Verluste thermischer und mechanischer Energie zu minimieren.

  1. Kellerleitungen und Erdleitungen isolieren: Jedes freiliegende Rohr verliert Wärme an den Raum, statt sie in die Zimmer zu bringen.
  2. Armaturen dämmen: Auch Ventile und Pumpengruppen sollten mit Dämmschalen umschlossen sein.
  3. Hydraulischer Abgleich: Sorgt dafür, dass alle Heizflächen gleichmäßig und mit minimalem Druck durchströmt werden.
  4. Hocheffizienzpumpe nutzen: Die interne Umwälzpumpe sollte modern und stromsparend sein.
  5. Außeneinheit reinigen: Verschmutzte Lamellen (Laub, Staub) verringern den Luftdurchsatz und erhöhen den Stromverbrauch.
  6. Pufferspeicher prüfen: Ist die Isolierung des Speichers ausreichend? Gegebenenfalls nachbessern.
  7. Überströmventil korrekt einstellen: Ein falsch eingestelltes Ventil führt dazu, dass warmes Wasser direkt wieder zurückfließt (Kurzschluss).
  8. Heizflächen vergrößern: Größere Heizkörper oder Fußbodenheizung erlauben niedrigere Vorlauftemperaturen.
  9. Außensensor-Position: Der Sensor muss an der Nordseite hängen, um nicht durch Sonne verfälscht zu werden.
  10. Kältemittelstand prüfen: Ein Fachmann sollte regelmäßig checken, ob das System dicht ist (Effizienzverlust bei Mangel).
  11. Wasserfilter und Schmutzfänger reinigen (einbauen): Verschmutzte Filter in der Anlage erhöhen den Pumpenwiderstand.
  12. Schlammabscheider einbauen: Verhindert Ablagerungen im System, die den Wärmeübergang verschlechtern.
  13. Vermeidung von unnötigen Ventilen: Jedes Ventil ist ein Widerstand, den die Pumpe überwinden muss.
  14. Optimale Aufstellung: Die Außeneinheit sollte so stehen, dass sie keine "thermischen Kurzschlüsse" (Ansaugen der eigenen Kaltluft) verursacht.
  15. Dämmung der Wanddurchführung: Die Stelle, an der die Leitungen ins Haus gehen, muss perfekt abgedichtet sein.
  16. Wasserkreislauf Entlüften: Dies sogt für eine schnelle, effektive Wärmeverteilung.

2. Organisatorische Optimierung (Einstellungen & Verhalten)

Hier sparst du Geld durch kluge Konfiguration und bewusstes Handeln.

  1. Wärmepumpentarif nutzen: Spezielle Stromtarife sind oft mehrere Cent pro kWh günstiger.
  2. Vorlauftemperatur senken: Das Absenken um nur 1 °C spart ca. 2,5 % der Heizkosten.
  3. Heizkurve optimieren: So flach wie möglich einstellen gerade so, dass es noch warm genug wird.
  4. Warmwassertemperatur reduzieren: 45 °C bis 50 °C reichen meist völlig aus (Legionellen Schutz beachten!).
    • Ggf. Frischwasserstation (Friwa) nachrüsten. 
  5. Warmwasser-Zeitfenster: Die Bereitung nur auf die Mittagszeit legen (höhere Außentemperaturen = besserer COP).
  6. Heizstab deaktivieren: Den elektrischen Notheizstab so konfigurieren, dass er erst bei extremen Minusgraden (z.B. -10 °C) oder bei der Abtauung in Betrieb ist. 
  7. Zirkulationspumpe steuern: Warmwasser-Zirkulation nur per Taster oder kurzer Zeitschaltuhr laufen lassen, nicht 24/7.
  8. Nachtabsenkung kritisch prüfen: Bei trägen Systemen (Fußbodenheizung) ist ein konstantes Durchheizen oft sparsamer als das Wiederaufheizen.
  9. Stoßlüften statt Kipp: Fenster kurz ganz auf, damit die Wände nicht auskühlen.
  10. Einzelraumregelung öffnen: In den Hauptwohnräumen die Thermostate ganz aufdrehen und die Wärme über die Wärmepumpe regeln.
  11. PV-Eigenverbrauch optimieren: Wärmepumpe tagsüber bei Sonnenschein leicht "überheizen" lassen, um Energie im Estrich zu speichern.
  12. Duschköpfe tauschen: Spar-Duschköpfe reduzieren den Warmwasserbedarf und damit die Last der Wärmepumpe.
  13. Möbel weg von Heizkörpern: Wärmestau verhindern, damit die Wärme effizient in den Raum strahlen kann.
  14. Monitoring: Regelmäßig den Stromverbrauch und die erzeugte Wärmemenge notieren, um Ausreißer sofort zu erkennen.

Fazit: Das einzige System mit Bonus-Energie

Die Wärmepumpe ist physikalisch gesehen ein kleines Wunder: Sie ist das einzige Heizsystem, das einen Wirkungsgrad von über 100 % erreicht. Während ein Öl- oder Gaskessel niemals mehr Energie liefern kann, als im Brennstoff steckt, macht die Wärmepumpe aus 1 kWh Strom oft 4 kWh Wärme.

Durch die Umsetzung der 30 genannten Punkte optimierst du dieses Verhältnis noch weiter. Jedes Prozent, das du durch Isolierung oder geschickte Einstellung herausholst, wird durch den Wirkungsgrad der Wärmepumpe vervielfacht. Wer seine Anlage versteht und feinjustiert, heizt so günstig und klimafreundlich wie nie zuvor.

Ronnie

schwäbischer tüftler und bastler, kraftsportler, neurodivers, 45 Jahre, 1 Frau, 5 Kinder und 1003 Ideen. 

1.2 ronnie berzins

Kontakt

visitenkarte