Inhaltsverzeichnis

  • 1 Verfasser
    • 1.1 Contra Petrus
    • 1.2 Pro Petrus
    • 1.3 Stellungnahme
  • 2. Abfassungsort
    • 2.1 Rom
    • 2.2 Babylon
    • 2.3 Im Osten
    • 2.4 Im Westen
    • 2.5 Stellungnahme
  • 3 Empfänger
    • 3.1 Wo
    • 3.2 Wer
    • 3.3 Stellungnahme
  • 4 Lebensstil der Christen
    • 4.1 Einteilung des Textes
    • 4.2 Hierarchie
    • 4.3 Verschiedene Personengruppen
  • 5 Fazit
  • Literaturverzeichnis

1 Verfasser

In der neueren Bibelforschung wird Petrus als der Autor des Petrusbriefes angezweifelt, obwohl dieser sich im ersten Kapitel selbst als Verfasser nennt. Im folgenden Text soll geklärt werden, ob Petrus der Verfasser ist oder ob ein anderer den Namen Petrus als Pseudonym für seinen Brief benutzte. Durch eine getrennte Aufstellung der Argumentation in 1.1 und 1.2 soll ein Einblick in die Thematik gegeben werden, in 1.3 wird die Argumentation abschließend zusammengefasst.


1.1 Contra Petrus

1.1.1 Der 1. Petrusbrief ist in einem überdurchschnittlich guten Griechisch geschrieben, Petrus aber wird in den Evangelien als einfacher Fischer dargestellt.
1.1.2 Der irdische Jesus wird sehr selten im 1. Petrusbrief zitiert, obwohl Petrus ein Jünger Jesu war und ihn und seine Taten sehr genau gekannt haben muss.
1.1.3 Petrus ist unter Kaiser Nero (54-68 n. Chr.) gestorben. Die geschilderten Verfolgungen und das daraus resultierende Leiden der Christen geschah aber unter Kaiser Domitian (81-86 n. Chr.).[1]
1.1.4 Der Schreiber des Petrusbriefes hat Züge der paulinischen Theologie. Petrus und Paulus aber standen in einem gewissen theologischen Spannungsfeld[2]. Wäre Petrus der Schreiber, wäre dies wahrscheinlich sehr deutlich zum Vorschein gekommen.
1.1.5 Petrus hätte an eine Gemeinde, die er nicht kennt, wahrscheinlich keinen so unpersönlichen Brief geschrieben.[3]
1.1.6 In 5,12 heißt es: „Durch Silvanus“. Dieses „durch“ kann bedeuten, dass Silvanus der Überbringer des Briefes ist, es kann aber auch bedeuten, dass Silvanus der Verfasser oder auch der Schreiber des Briefes ist und Petrus nur mit seinem Namen die Glaubwürdigkeit des Briefes bezeugen will, ähnlich wie bei uns, wenn mit einer Unterschrift ein Dokument unterzeichnet wird.[4]
1.1.7 Der Name Petrus ist ein griechischer Beiname, abstammend von Kephas. Den Beinamen Petrus benutze Simon jedoch nicht, sondern er wurde ihm von anderen gegeben. Deshalb würde sich Simon nicht nur als „Petrus, ein Apostel Jesu“, vorstellen.[5]

 

1.2 Pro Petrus

1.2.1 Petrus nennt sich selbst als Verfasser. Das Selbstzeugnis der Schrift ist ein wichtiges Argument für den Verfasser Petrus. Zu diesem Petrus wurde gesagt: „Auf diesen Felsen werde ich meine Gemeinde bauen“[6]. Weshalb sollte er dann nicht auch Briefe an die Gemeinden schreiben?[7]
1.2.2 Petrus ist zum Zeitpunkt der Verfolgung unter Nero (54-68 n. Chr.) selbst in Rom und möchte mit dem Brief die Christen in Kleinasien vor der kommenden Verfolgung stärken und warnen, wenn man Kaiser Nero in Vers 4,12 und 5,8 als Teufel und die Hitze auf die Christenverfolgung nach dem Brand Roms beziehen würde.
1.2.3 Petrus sprach bei der Pfingstpredigt über Dinge, die er nicht gelernt hatte, warum sollte er hier nicht einen Brief in gutem Griechisch schreiben können?
1.2.4 Der Brief des Petrus wurde später von jemandem überarbeitet und dann neu geschrieben, aber weiterhin mit dem Namen des Petrus versehen.
1.2.5 Petrus könnte den Brief zum Beispiel mit dem erwähnten Silvanus oder Markus geschrieben haben, so dass der Inhalt von Petrus stammt, die Niederschrift aber von einer zweiten Person, was das gute Griechisch erklären würde.[8]
1.2.6 Die frühen kirchlichen Zeugnisse bestätigen eindeutig, dass der Brief von Petrus verfasst worden ist.[9]
1.2.7 Es wäre unlogisch über Wahrheit zu schreiben und dazu eine Lüge oder ein Pseudonym zu benutzen.

Die Problematik in der Frage der Verfasserschaft besteht darin, dass es kein absolutes Argument gibt, das die Frage des Verfassers sicher klären kann. So lassen sich viele Argumente gegen Petrus als Verfasser einfach entkräften, wenn man dies will. Zum Beispiel eines der Hauptargumente, dass Petrus als ungebildeter Fischer nicht in der Lage gewesen wäre, ein so gutes Griechisch zu schreiben wie es im Brief vorliegt.
Dieses Argument der Gegner der Verfasserschaft geht von einem weit verbreiteten Petrusbild aus, das auch viele fromme Christen einfach übernommen haben. Es ist aber nachweislich falsch! Dazu 3 Argumente:


1. Wir erfahren von Klemens (um 200 n. Chr.), dass Markus, der Jünger Jesu, das, was Petrus öffentlich in Rom predigte, schriftlich festhielt. Demnach war Petrus offensichtlich nicht ungebildet.


2. Bethsaida, die Geburtsstadt des Petrus, liegt am östlichen Ufer des Jordans. Obwohl es sich um einen jüdischen Ort handelt, hatte er doch kosmopolitischen Charakter. Andreas, der Bruder von Petrus, und Philippus, die wie Petrus aus Bethsaida stammten (vgl. Joh 1,44; 12,21), tragen griechische Namen, die auf eine zweisprachige Umwelt hinweisen. Darum ist es durchaus möglich, dass Petrus von Anfang an, auch griechisch sprach.


3. Petrus hatte einen Fischerreibetrieb (vgl. Luk 5) Ist man der Überzeugung, dass Petrus den Brief geschrieben hat, wird man auf die Mithilfe eines anderen verweisen oder auf ein Wunder schließen. Ist jemand der Überzeugung, dass Petrus den Brief nicht geschrieben hat, so wird man dies als Ausrede oder nicht schlüssiges Argument abtun. Unserer Meinung nach hat es jemand, der solch einen Brief schreibt, in dem es auch um das Leben als Christ geht, nicht nötig, ein Pseudonym zu verwenden, um Autorität zu erlangen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass Petrus jemand beim Schreiben geholfen hat, wie zum Beispiel der erwähnte Silvanus oder Markus. Das würde auch erklären, warum Petrus schreibt: „Durch Silvanus habe ich euch…“.Zwar unwahrscheinlicher, aber als zweite Möglichkeit denkbar ist, dass der Verfasser Petrus ist und sein Brief zur Zeit des Kaisers Domitian noch einmal überarbeitet und neu aufgelegt wurde.
In keinem der von uns gelesenen und aufgeführten Kommentare wird an der Echtheit des Briefes gezweifelt, auch die frühen kirchlichen Schriften weisen keinen Zweifel daran auf. Lediglich die Frage nach dem Verfasser bleibt ungeklärt. Der Wert, den der Brief für die Gläubigen jedoch hat, wird durch diese Frage in keiner Weise geschmälert.

2. Abfassungsort

Auch der Abfassungsort ist umstritten, denn der Brief wird als erstes im Osten erwähnt, ist aber vom Schreibstil eher der westlichen Kirche zuzuordnen. Im folgenden Text soll geklärt werden, wo der Brief geschrieben worden ist, aber nicht, wie im oberen Teil durch Pro und Contra, sondern es sollen die verschiedenen Theorien aufgezeigt werden, die sich natürlich untereinander widersprechen können. Am Ende folgt eine Stellungnahme.

2.1 Rom
1 Petrus 5,13 Es grüßt euch aus Babylon…Das erwähnte[10] Babylon ist in der Offenbarung (17, 9) und auch in der damaligen Zeit ein eindeutiger Deckname für Rom. Was nun den Schluss nahe legt, dass der Brief in Rom geschrieben worden ist. Auch würde für Rom die erwähnte Verfolgung unter Nero oder Domitian sprechen. Nimmt man Petrus als Verfasser an, wäre ein zusätzliches Argument, dass Petrus zu dieser Zeit in Rom war.

2.2 Babylon
1 Petrus 5,13 Es grüßt euch aus Babylon…Das erwähnte Babylon[11] ist erst 70 n.Chr. zum Decknamen für Rom geworden. Nimmt man an, dass der Brief nicht unter Kaiser Domitian (81-86), sondern unter Kaiser Nero (54-68) geschrieben wurde, kann das Babylon nicht Rom sein. Es gibt aber zwei Städte mit Namen Babylon[12], die gemeint sein könnten. So wäre das Babylon kein Synonym, sondern eine direkte Ortsnennung.

2.3 Im Osten
Von Paias und Polikarp[14] wird der [13] Petrusbrief als erstes im Osten erwähnt, was den Schluss nahe legen würde, der Brief sei im Osten entstanden. Auch sei der Name „Christen“ (4,12) für die verurteilten Nachfolger Jesu zuerst dort genannt. Im Gebiet um Kleinasien kannte man diese Verhältnisse am besten, so könnte man als genauere Angabe auch Kleinasien nennen. Was dieser Theorie aber vorausgeht ist, dass Petrus nicht der Verfasser ist, denn er war wohl nie in Kleinasien.

2.4 Im Westen
Im Westen aber nicht in Rom. Der Name Babylon (5,13) wird als Zustand [15] der Gemeinde oder der Gesellschaft genannt. Die Sprechweise des Petrusbriefes steht den frühchristlichen Schriften der westlichen Kirche aber so nahe, dass man annehmen kann, dass er im Westen geschrieben worden ist, was auch die Nennung Roms als Zustand für eine Gemeinde oder Gesellschaft bestätigen würde.

2.5 Stellungnahme
Davon ausgehend, dass Petrus den Brief geschrieben hat oder zumindest an seiner Entstehung mit beteiligt war, ist es für uns wahrscheinlicher, dass der Brief im Westen und nicht im Osten geschrieben wurde. Bestätigt wird dies dadurch, dass der Brief an die Gemeinden in Kleinasien geschrieben wurden, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass er dort auch das erste Mal schriftlich von Paias und Polikarp erwähnt wurde.
Noch wahrscheinlicher ist allerdings, dass der Brief nicht nur im Westen, sondern genauer in Rom geschrieben wurde. Dafür spricht zum einen, dass der Name „Babylon“ eine Metapher auf Rom ist und Petrus selbst in Rom war. Zum anderen die Umstände der Verfolgung und des Leidens, die im Brief dargestellt werden, passen auf die damalige Zeit.
Wie in der Frage der Verfasserschaft, bleibt auch hier, in der Frage des Abfassungsortes, der Wert des Briefs völlig erhalten.

3 Empfänger

In der Frage der Empfänger muss man etwas differenzieren. Erstens, wo die Empfänger örtlich zu Hause waren und zweitens, wer die Empfänger waren. Beide Fragen sollen im folgenden Text geklärt werden.

3.1 Wo
Die Orte[16], die in 1.1 genannt werden, liegen alle in der Provinz Asien. Diese Angaben werden in keiner Weise angezweifelt. Wahrscheinlich liegen sie in den Landstrichen oder Provinzen, wo Paulus Gemeinden auf seiner ersten Missionsreise besuchte.
Der Evangelisch-Katholische Kommentar (Ekk.)[17] und der Goppels Kommentar)[18] sind sich aber über die Frage der geografischen Reihenfolge der genannten Provinzen uneinig. Der Ekk. geht davon aus, dass der Schreiber nicht Petrus war, sondern jemand anderes. Diese andere Person habe aus geografischer Unwissenheit die Provinzen falsch angeordnet. Diese falsche Anordnung bezieht sich darauf, dass Pontus und Bithynien eine Doppelprovinz mit je einem Landtag sei. Diese Provinzen aber am Anfang und Ende in 1.1 getrennt aufgeführt werden.
Gk. geht davon aus, dass Pontus von Rom aus der schnellste Seeweg nach Kleinasien war. Von dort aus führte die Handelsstraße an den genannten Provinzen entlang. Die doppelte Nennung der Doppelprovinz sei also keine Unwissenheit, sondern die Betonung der Wichtigkeit der Fragen des Briefes.
Die Wuppertaler Studienbibel[19] und der Herodes Kommentar zum neuen Testament[20] geben beide an, diese Frage nicht klären zu können, gehen aber davon aus, dass dies der Theologie nicht schadet.
Es gibt noch die Theorie, dass der Brief als eine Art Rundschreiben verfasst worden ist.

3.2 Wer
Die Frage, an wen der Brief geschrieben worden ist, lässt sich in zwei Gruppen unterteilen: Judenchristen oder Heidenchristen. Denn der Brief ist nicht missionarisch geschrieben und setzt ein gewisses theologisches Grundwissen voraus.
Deshalb wurde dieser Brief nicht an Juden oder Heiden geschrieben, die keine Christen waren.
Wahrscheinlicher ist es, dass der Brief an Heidenchristen geschrieben worden ist und nicht an Judenchristen. Dafür finden sich im Text selbst die besten Belege, hier einige davon:

- 1,14 lebten in Unwissenheit
- 2,9 wurden von Finsternis ins Licht berufen
- 2,10 waren nicht Volk
- 3,6 die Frauen sind Töchter Saras geworden
- 4,3 lebten in Unzucht und Götzendienst

Anhand dieser Stellen lässt sich eindeutig sagen, dass es keine Juden oder zumindest nicht sehr viele waren. Denn die Heiden lebten einst ohne Gott und gehören nun zu Gottes Volk, worauf diese Stellen schließen lassen. Wie zum Beispiel, dass sie in der Finsternis waren, oder die Frauen nun die Töchter Saras geworden sind.
Auch wird die Thematik des Gesetzes und des Fleisches im Brief nicht thematisiert, was meistens ein Problem unter den Judenchristen war oder zumindest zwischen den Heidenchristen und den Judenchristen.[21]


3.3 Stellungnahme
Die Empfängerfrage ist nicht umstritten, dies waren zum Großteil Heidenchristen. Auch die Frage des Empfängerortes ist nicht umstritten, denn die genannten Provinzen gab es zur Zeit des Briefschreibers.
Umstritten ist lediglich vom Ekk. die geografische Reihenfolge der genannten Orte, was aber mit der Frage des Briefschreibers zusammenhängt. Die Frage, ob die genannte Reihenfolge zufällig oder mit Absicht so gewählt wurde, bleibt offen, ist aber auch nicht von so großer Bedeutung. Viel wichtiger ist für uns zu wissen, in welche Situation der Gemeinde hinein dieser Brief geschrieben worden ist, um Rückschlüsse auf die Theologie des Briefes ziehen zu können.

4 Lebensstil der Christen

Der Brief ist an Heidenchristen geschrieben, die vor ihrer Bekehrung (4,3) ein wildes heidnisches Leben führten. Durch ihre Bekehrung änderte sich ihr Umfeld aber nicht, die Menschen in ihrem Umfeld lebten weiterhin in Ausschweifung, Trunkenheit, gräulichem Götzendienst usw. In diesem gleich gebliebenen Umfeld müssen die Heidenchristen nun zurechtkommen und ihren Glauben leben. Sie sind durch ihre Bekehrung zu Pilgern und Fremdlingen (2,11-12) in ihrer eigenen Provinz geworden, weil sie nicht mehr nach den fleischlichen Begierden leben, sondern nach dem Willen Gottes fragen und ein aufrechtes Leben führen wollen. In diese Situation schreibt Petrus nun seelsorgerlich diesen Brief. Man kann ihn in drei große theologische Sinnabschnitte unterteilen. Sie beschreiben, wie das Leben eines Christen maßgeblich bestimmt wird.

4.1 Einteilung des Textes

Briefkopf (1,1 bis 1,2)
4.1.1 - Die wiedergeborenen Heiden gehören zum neuen Volk Gottes (1,3 bis 2,10)
- Zusage Gottes zur lebendigen Hoffnung (1,3 bis 1,12)
- Das Leben aus der Liebe und Gehorsam (1,13 bis 2,5)
- Das Volk als Eigentum Gottes und lebendige Steine (2,6 bis 2,10)
In diesem Abschnitt zeigt Petrus den Unterschied zwischen dem Leben vor ihrer Bekehrung und dem Leben nach ihrer Bekehrung. Es geht darin hauptsächlich um die Gnade, die sie empfangen haben, um das neue Leben und den Frieden mit Gott sowie um die Kraft, Herrlichkeit und Macht Jesu Christi, der die Christen erlöst durch sein Blut zu diesem unvergänglichem Erbe, aber auch um den Gehorsam im Glauben und das Leben in der Verantwortung gegenüber Gott.
4.1.2 - Das Leben der wiedergeborenen Heiden in der Welt (2,11 bis 3,17)
- Gehorsam gegenüber der Staatsordnung (2,12 bis 2,17)
- Verhalten der Sklaven (2,18 bis 2,25)
- Verhalten der Frauen (3,1 bis 3,6)
- Verhalten der Männer (3,7)
- Das Leben untereinander (3,8 bis 3,12)
- Umgang mit Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit (3,13 bis 3,17)
Von der Gnade Gottes kommt Petrus auf die Ermahnung der Christen zu sprechen, dass sie ihr Leben zur Ehre Gottes leben und sich von den Heiden unterscheiden. Die Demut untereinander und der Gehorsam gegenüber der Obrigkeit gehören ebenfalls zu dieser Ermahnung, damit die Heiden durch das Leben der Christen gewonnen werden. Durch ihr Leben soll der Segen und die Kraft in diese Welt kommen.
4.1.3 - Das Leben wiedergeborener Heiden in Leid und Verfolgung (3,18 bis 5,10)
- Jesus als Vorbild im Leiden und Herrschen über die Welt (3,18 bis 3,22)
- Lebenswandel wie Jesus (4,1 bis 4,11)
- Der Versuchung Stand halten (4,12 bis 4,19)
- Die Ältesten im Leiden (4,5 bis 5,4)
- Das Verhalten der Jüngeren (5,5a)
- Demut und Nüchternheit im Glauben (5,5b bis 5,9)
Die kommende Verfolgung der Christen, wird eine harte Bewährung für ihren Glauben. Um die Christen darauf vorzubereiten, weist Petrus auf Jesus hin, der für sie unschuldig am Kreuz gelitten hat. Dieser Jesus wird ihnen die Kraft geben, um dem Druck der Verfolgung stand zu halten und aus seiner Kraft zu leben. Die Zusage, aus dieser Kraft zu leben, ist auch eine Ermahnung, treu und geduldig die kommenden Leiden zu ertragen.
Auf dem Leiden für Christus liegt ein besonderer Segen. Wer für Jesus leidet, wie es in 4,1 oder 4,14 beschrieben ist, der wird nicht mehr sündigen, sondern Seligkeit erlangen, denn der Geist ruht auf ihnen. Der Name Gottes wird durch diese Leiden verherrlicht und geehrt werden.
- Briefschluss (5,10 bis 5,14)

4.2 Hierarchie
Die im Text genannte Hierarchie lässt sich am besten in einem Textschaubild darstellen.
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Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.3 Verschiedene Personengruppen
Der rote Faden, der sich durch den gesamten Petrusbrief zieht, ist der Umgang mit dem Leiden und die kommende Verfolgung durch die Römer. Der Brief spricht auch einzelne Personengruppen und ihr Leben als Christ an. Es ist auch eine gewisse Hierarchie im Brief enthalten. Im Folgenden werden diese dem Text entlang einzeln betrachtet.

4.3.1 Sklaven (2,18-25)
Der Text, in dem die Sklaven angesprochen werden, handelt im Besonderen davon, dass sie anders leben sollen als die anderen Sklaven. Dass sie sich in Respekt und Ehrfurcht ihren Herren unterordnen sollen, nicht nur aus Angst vor Strafe. Wenn sie doch bestraft werden, soll dies nicht für böse oder schlechte Taten gehalten werden, sondern sie sollen es gehorsam hinnehmen, weil sie Gott gehorchen und seinem Willen folgen. Diese Strafen sollen sie ertragen wie Jesus seine Strafe ertrug.
Der Trost im Text besteht darin, dass Petrus ihnen die Sündenvergebung, das Heilwerden und den Hirten Jesus vor Augen malt.

4.3.2 Frauen (3,1-6)
Bei dem Text über die Frauen nimmt Petrus Bezug auf das Leben der Sara und ihre Beziehung zu Abraham. Die Frauen sind genau so Erben am Heil (3,7), dennoch sollen sie sich den Männern unterordnen. Das aber nicht nur so, sondern um andere Menschen oder den eigenen Mann für Jesus zu gewinnen. Sie sollen in Reinheit, Gottesfurcht und in sanftem und stillem Geist leben und sich nicht wie andere Frauen durch ihr äußeres Auftreten schmücken.

4.3.3 Männer (3,7)
Wie die Frauen sollen auch die Männer nicht durch ihr äußeres Verhalten auffallen. Ihr Zusammenleben mit den Frauen soll geprägt sein durch Vernunft und Ehre zueinander, dass das gemeinsame Gebet nicht behindert wird.

4.3.4 Älteste (5,1-4)
Die Ältesten sollen der Gemeinde vorstehen und sie weiden. Dies soll aber nicht gezwungen, sondern freiwillig sein, vor allem nicht um sich zu bereichern. Nicht als die, die über die Gemeinde herrschen, sondern als Vorbild für die anderen.

4.3.5 Jüngere (5,5a)
Die Jüngeren sollen sich den Ältesten unterordnen.

5 Fazit

Der Petrus Brief beinhaltet sehr viel Lehre wie wir als Christen in dieser Welt Leben sollen. In einer Welt die von allem gekennzeichnet ist, nur nicht von Christlicher Ethik. Fragen wie die Verhalten vor der Regierung und ihren Gesetzen werden geklärt, auch das Verhalten untereinander wird angesprochen. Der Segen Gottes hängt im Petrus Brief stark mit dem Leben zusammen, eben mit der Frage wie Lebe ich mein Christ sein in dieser Welt.
In einem Satz ausgedrückt kann man sagen das:„ Das lesen des Petrus Briefes ist ein gewinn und führt zu vielen neuen Erkenntnissen aber auch Fragen“.

Literaturverzeichnis:

Aebi, E.: Kurze Einführung in die Bibel. Zürich: Bibellesebund, (1949) 31963.
Brox, N. u. J. Gnilka (Hg.): Evangelisch-Katholischer-Kommentar zum Neuen Testament, XXI. Zürich: Benziger u. Neukirchener Verlag, (1979) 41993.
Goppelt, L.: Kritisch-Exegetischer Kommentar über das Neue Testament. XII/1. F. Hahn (Hg.). Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, (1852) 81978.
Holmer, U. u. W. de Boor: Der erste Brief des Petrus, Wuppertaler Studienbibel, NT, V, Wuppertal: Brockhaus, 2005.
Hörster, G.: Bibelkunde, mit Einleitung zum Neuen Testament. Wuppertal: Brockhaus, (1993) 22006.
Thiede, C. P. (Hg.): Das Petrusbild in der neuern Forschung. Wuppertal: Brockhaus, 1987.
Schelkle, K. H.: Die Petrusbriefe. Herdes Theologischer Kommentar zum Neuen Testament. XII/2. A. Wikenhauser u. A. Vögtle (Hg.). Freiburg: Herder (1961) 31970.
Thiede, C. P.: 1. Petrusbrief, Großes Bibellexikon. Wuppertal: Brockhaus (1962) Sonderausgabe 2004.


[1] Vgl. C.P. Thiede, 1. Petrusbrief, in: Großes Bibellexikon, Wuppertal (1962) Sonderausgabe 2004, 1169-1171.1170.
[2] Galater 2,11-16.
[3] Vgl. L. Goppelt, Der erste Petrusbrief, in: Kritisch-Exegetischer Kommentar über das Neue Testament, XII/1, Göttingen (1852) 81978, 30-36.
[4] Vgl. F. Neugebauer, Petrus und der erste Petrusbrief, in: C. P. Thiede (Hg.): Das Petrusbild in der neueren Forschung, Wuppertal 1987, 114-121.
[5] Vgl. K.H. Schelkle, Die Petrusbriefe, in: Herdes Theologischer Kommentar zum Neuen Testament, XIII/2, Freiburg (1961) 31970, 11-15. 12.
[6] Matthäus 16,18 & Johannes 1,42
[7] Vgl. U. Holmer, Der erste Brief des Petrus, in: Wuppertaler Studienbibel, V, Wuppertal 1967, 15.
[8] Vgl. G. Hörster, Bibelkunde, mit Einleitung zum Neuen Testament, Wuppertal 2006, 220-222.
[9] E. Aebi, Einführung in den ersten Petrusbrief, in: Kurze Einführung in die Bibel, Zürich 31963, 242-246, 242.
[10] Vgl. U. Holmer, a. a. O., 162-163.
[11] Vgl. N. Brox, Der erste Petrusbrief, in: Evangelisch-Katholischer-Kommentar zum Neuen Testament, XXI, Zürich 41979, 39-41.
[12] Das Babylon am Euphrat und das Babylon im Nildelta beim heutigen Kairo.
[13] Vgl. L. Goppelt, a. a. O., 65-67.
[14] PolPhil 1,3; 8,1; 10,2, Paipias bei Euseb, Hist. Eccl.3, 39, 17.
[15] VgL. Goppelt, a.a.O., 65-66.
[16] Gemeinden in: Pontus, Galatien, Kappadozien, der Provinz Asien und Bithynien
[17] Vgl. N. Brox, a. a. O., 24-34.
[18] VgL. Goppelt, a. a. O., 25-29.
[19] Vgl. U. Holmer, a. a. O., 15-16.
[20] Vgl. K.H. Schelkle, a. a. O., 1-3.
[21] Vgl. Ebd., 1-3.

 


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