Damit deine LEDs leuchten und nicht rauchen! Egal, ob du gerade dein erstes Bastelprojekt startest oder schon ein alter Hase an der Lötstation bist: LEDs sind kleine Sensibelchen. Schließt du sie ohne Vorwiderstand direkt an eine Batterie oder ein Netzteil an, sagen sie nur ganz kurz "Hallo" (meistens mit einer kleinen Rauchwolke) und sind dann Geschichte. Damit das nicht passiert, habe ich dir hier zwei Werkzeuge gebaut, die dir die Rechnerei abnehmen.
1. Der LED-Schätzer, für "Keine-Ahnung-Haber" 💡und eilige Bastler 🚨
Du hast eine LED in der Bastelkiste gefunden, weißt aber nicht, wie viel Volt sie braucht und schon gar nicht welchen Widerstand du verwenden musst? Kein Problem! Dieser Rechner nutzt Standard-Erfahrungswerte.
- So funktioniert's: Wir wissen, dass rote LEDs physikalisch bedingt weniger Spannung brauchen als blaue.
- Dein Job: Wähle einfach die Farbe, die Größe und wie hell es sein soll. Gib deine Betriebsspannung ein (bis max. 24V) fertig.
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In der Theorie kommen oft krumme Zahlen heraus, aber in der Realität gibt es Widerstände nur in bestimmten Abstufungen zu kaufen. Die meisten Bastel-Sets und Sortimente orientieren sich an der sogenannten E12-Reihe. Deshalb wird dir gänzend immer der passende Wiederstand aus der E12-Reihe angezeigt.
2. Der Profi-Rechner (Für Datenblatt-Leser)
Du willst es ganz genau wissen oder nutzt Spezial LEDs?
- So funktioniert's: Hier tippst du die exakten Werte aus dem Datenblatt (oder der Verpackung) ein: Die Durchlassspannung (U_F in Volt) und den LED-Strom (I_F in mA).
- U_F steht für Voltage forward (die Spannung, die "vorwärts" durch die LED fließt).
- I_F steht für Current forward (der Strom, der in Durchlassrichtung fließt).
- Bonus: Dieser Rechner zeigt dir auch sofort die Verlustleistung an. So weißt du, ob ein winziger Widerstand reicht oder ob er zu heiß wird.
Auf die Polarität achten
- Achte beim Anschluss immer auf die richtige Polarität. Plus + und Minus - erkennst du:
- an den "Beinchen" lang = Plus + und kurz = Minus -
- an der Form im Inneren. Der "Kelch" der wie eine Vogeltränke aussieht ist Minus -

1. LED Vorwiderstand Schätzer
2. Präziser Rechner (Datenblatt)
Hintergrundwissen: Die "Geheimtabelle" der Farben
Warum braucht eine blaue LED mehr Spannung als eine rote? Das liegt an den verwendeten Halbleitermaterialien. Mit diesem Rechner gelingt dein nächstes LED Projekt bestimmt.
| LED Farbe | Typische Spannung (Uf) | Betriebsstrom (Empfehlung) |
| Infrarot | ca. 1,3 V | 10 - 20 mA |
| Rot / Gelb | ca. 2,0 V | 10 - 20 mA |
| Grün (Standard) | ca. 2,2 V | 10 - 20 mA |
| Blau / Weiß | ca. 3,2 V | 10 - 20 mA |
Profi-Tipp: Wenn du deine LED schonen willst, rechne lieber mit 15 mA statt mit den maximalen 20 mA. Man sieht den Unterschied in der Helligkeit kaum, aber die LED bleibt kühler und lebt deutlich länger!
Das ist ein ganz entscheidender Punkt! Wenn man verschiedene Farben einfach zusammenwürfelt, wundert man sich oft, warum die rote LED hell leuchtet, die blaue aber komplett dunkel bleibt – oder warum plötzlich alles durchbrennt.
Profi-Tipp: Verschiedene Farben mischen?
Du möchtest eine rote, eine grüne und eine blaue LED an derselben Batterie betreiben? Hier musst du aufpassen, denn Farben mischen ist trickreich!
1. Parallelschaltung: Die "Einer-für-alle"-Falle
Viele Anfänger machen den Fehler und nutzen einen Widerstand für mehrere LEDs parallel.
- Das Problem: Verschiedene Farben haben unterschiedliche "Spannungs Level" (Durchlassspannungen). Eine rote LED gibt sich mit 2,0V zufrieden, eine blaue will 3,2V.
- Die Folge: Die rote LED "krallt" sich die Spannung und begrenzt sie auf 2,0V. Die blaue LED bekommt also nie genug Spannung, um überhaupt leuchten. Sie bleibt dunkel, während die rote LED eventuell zu viel Strom abbekommt und kaputt geht.
Die goldene Regel: Nutze für jede LED einen eigenen Vorwiderstand. Nur so bekommt jede Farbe exakt den Strom, den sie braucht. Das ist zwar mehr Lötarbeit, aber deine Schaltung hält ewig.
2. Reihenschaltung: Die Energiespar-Variante
Wenn deine Spannungsquelle groß genug ist (z. B. 12V oder 24V), kannst du LEDs hintereinander (in Reihe) schalten.
- So funktioniert's: Vereinfacht gesagt, addieren sich die Spannungen. Eine rote LED benötigt (2V) und eine blaue (3,2V) brauchen zusammen 5,2V.
- Vorteil: Du brauchst nur einen Widerstand für die ganze Kette und verbrauchst weniger Strom.
- Wichtig: Der schwächste Teilnehmer bestimmt den Strom! Wenn du eine kleine 2mA LED mit einer hellen 20mA LED in Reihe schaltest, wird die kleine LED gegrillt oder die große leuchtet fast gar nicht.
⚠️ Wichtiger Disclaimer
Der Schätzer basiert auf statistischen Mittelwerten für Standard-LEDs (3mm, 5mm, 10mm). Da jeder Hersteller seine LEDs ein bisschen anders baut, können die tatsächlichen Werte abweichen.
Sicherheit geht vor: Wenn du unsicher bist, wähle beim Schätzer lieber die Einstellung "Dunkel" oder "Mittel". Ein etwas zu großer Widerstand lässt die LED nur ein bisschen schwächer leuchten – ein zu kleiner Widerstand hingegen zerstört sie sofort. Die Benutzung der Rechner erfolgt auf eigene Gefahr; ich übernehme keine Haftung für gegrillte Bauteile!






